Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
Themen:
- Wetterbeobachtung mit dem Mobilfunknetz
- MacBooks ab Dienstag
- Blu-Ray mit wiederbeschreibbaren 25GB Medien
- Web 2.0
- Google Spam Report
Die Sendung zum herunterladen: MP3 (13,5 MB)
Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
Themen:
Länge: 26:59
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Hi Jungs,
hab gerade euren Podcast in der U-Bahn gehört. Hat mich gefreut das Ihr meine Kommentar so direkt umgesetzt habt.
Die Beiträge waren wie immer interessant. Jedoch denke ich das das Themas Web 2.0 [w2] etwas weiter gefasst ist als “Social Service” wie ich es jetzt mal nenne.
Starten wir mal eine kleine Diskussion:
Nach meiner Ansicht beninhaltet das w2 noch folgende Punkte:
# Sematisches Web
# Bessere Interaktivität
# Webservice
Was meine ich damit:
Semantisches Web : Eine bessere Strukturiertheit der Inhalte im Web. Dadruch sollte das Web besser durchsuchbar und die Inhalte Weiterverarbeitbar sein. Ein Schritt in die Richtigung stellen bspw. RSS Feeds dar.
Bessere Interaktivität : Eine gesteigerte Usability für Sowohl Mensch als auch Maschine (für letzteres sollte das semantische Web sorge tragen). Hier denke ich stellt Ajax ein Ansatzpunkt dar.
Webservice : Automatisierung von Prozessen als auch ein eigenständige Interaktivität der Programme, um bspw. einen neuen Mehrwert zu schaffen.
Für mich spielen diese Punkte wie gesagt ebenfalls eine wichtig Rolle in Bezug auf w2. Mir ist aber auch klar das wir noch Jahre, falls überhaupt jemals, von so einer Realisierung entfernt sind. Jedoch finde ich, dass schon teilweise umgesetzte Punkte eine Fortschritt bitten können (bspw. Ajax).
Wie seht ihr das ?
In diesem Sinne noch eine schöne Woche -- Erik
PS: Ich denke es ist nicht möglich die 3 Punkte hier so kurzen Worten zusammenzufassen. Da alle eine grossen Themenbereich abdecken, jedoch habe ich versucht meine Kernthemen der Punkte darzustellen
Hallo Erik,
dann werde ich mal meine Meinung zum besten geben. Also allein das du eine andere Vorstellung von “Web 2.0” hast als manch Anderer zeigt ganz deutlich, dass der Begriff Web 2.0 absolut schwammig ist. Er wird mehr zur Marketingzwecken missbraucht als das er wirklich für ein klares Konzept steht.
Das ist natürlich auch durchaus zu erwarten weil die verwendete Technologie bereits lange vorher existierte. Telepolis hat hierzu einen humorvollen Artikel geschrieben, der recht deutlich macht wie unsinnig der Begriff Web 2.0 ist (nicht die Technik). http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22567/1.html
Semantischen Web:
Zitat aus Wikipedia: “Informationen sollen zusätzlich zu der für Menschen lesbaren Form auch formal, in einer für Maschinen verarbeitbaren Form repräsentiert werden, damit Programme darauf operieren können, so dass Anfragen aufgrund ihres Bedeutungsinhalts anstelle aufgrund ihrer Schreibweise bearbeitet werden können.”
Wenn wir vom semantischen Web reden, dann muss man dazu erwähnen das die Definition des semantischen Web sehr klar ist im Vergleich zu einem “Web 2.0”, für das semantische Web existieren so genannte Frameworks die das W3C bereits seit längerer Zeit aktiv entwickelt. http://www.w3.org/2001/sw/
RSS Feeds gehören allerdings definitiv nicht zum semantischen Web. Das semantische Web steckt nach wie vor in den Kinderschuhen und wird auch noch einige Jahre benötigen bevor es eine breite Anwendung findet.
Meiner Meinung nach gehört das semantische Web nicht in den schwammigen Begriff “Web 2.0” und zwar weil das semantische Web gar nicht in der Form vorhanden ist wie es die anderen Techniken sind die man lose unter Web 2.0 zugehörig zählt.
Bessere Interaktivität:
Ich verstehe durchaus worauf du dabei hinaus willst und für mich ist z.B. Gmail eine Anwendung die sehr geschickt Javascript und XML zum Einsatz bringt.
Usability ist natürlich immer subjektiv aber ich finde man sollte in dem Zusammenhang auch mal auf Accessibility hinweisen. Die leidet nämlich im Moment extrem unter den neuen Techniken. Als Stichwort soll hier nur einmal die Idee vom barrierefreien Internet dienen. Was mit Techniken wie XML und Javascript (AJAX) im Moment produziert wird ist ein Schlag ins Gesicht für alle die sich mit altersbedingten Einschränkungen und Behinderungen im Internet betätigen wollen.
Gerade das Internet ist eigentlich ein Medium das für diese Gruppen von der Idee her ideal ist weil es jedem von zu Hause aus sehr viele Möglichkeiten eröffnet. In diesem Zusammenhang ist es durchaus empfehlenswert sich einmal über Sinn und Zweck des barrierefreien Internets zu informieren. http://www.einfach-fuer-alle.de/
Man sollte auch nicht vergessen, dass Suchmaschinen ähnlich eingeschränkt sind, da sie ebenfalls kein Javascript verarbeiten und von daher Inhalte verloren gehen.
Webservice:
Ich stimme dir in dem Punkt zu das die Interaktivität von Programmen gesteigert wird, auch die automatische Ergänzung bzw. interaktive Suchabfragen bieten einen gewissen Mehrwert.
Zusammenfassung:
Insgesamt finde ich die Entwicklungen die sich im Moment vollziehen durchaus faszinierend und ich setze viele der daraus entstehenden Anwendungen ein.
Für mich als Webentwickler gibt es dadurch zwar mehr Möglichkeiten, grundlegende Probleme wie die der Kompatibilität der verschiedenen Browser sind damit aber nicht behoben worden. Es wird an neuen Möglichkeiten gearbeitet wobei noch nicht einmal die Probleme gelöst sind die wir bereits vorher hatten. Die Nutzbarkeit so mancher “Web 2.0” Anwendung hängt nach wie vor von der Nutzung des passenden Browsers ab.
Als Beispiel soll hier nur einmal eine Technologie wie CSS 2 dienen die bereits 1998 eindeutig definiert wurde und nach wie vor nicht völlig und nicht einheitlich unterstützt wird. Anstatt sich um Webstandards zu bemühen die allen Nutzern des Internet helfen würden entsteht mit “Web 2.0” ein Hype um Techniken die bereits lange vorhanden waren und noch immer in vielen Bereichen nicht sauber implementiert wurden. (http://www.webstandards.org/)
Wer sich einmal angucken möchte wie der eigene Browser mit diesen Standards umgeht möge sich einmal den so genannten Acid2 Test ansehen. http://www.webstandards.org/files/acid2/test.html Weitere Information zum Sinn und Zweck des Tests sind hier zu finden: http://www.webstandards.org/action/acid2/guide/
Die Entwicklung die sich vollzieht ist durchaus interessant und nützlich, man sollte sie allerdings nicht bejubeln als ob sich hier ein Quantensprung für das Internet vollzogen hätte. Mit “Web 2.0” wird das Gefühl suggeriert es sei ein neues Zeitalter für das Internet eingetreten. Diese Vorstellung ist aber völlig unangebracht.
Hi.
Danke für deine Stellungsnahme. Ich muss zugeben das es für den Begriff Web 2.0 in dem Sinne wie du es beschrieben hast, keine klare Definition gibt. Dadurch denke ich subsummiert man, bzw. zumindestens Ich, alles das rein was ich für Web 2.0 gut empfände bzw. Zukunftsweisend sein könnte.
Bzgl. “RSS Feeds gehören allerdings definitiv nicht zum semantischen Web.”
Da bin ich nicht definitiv nicht deiner Meinung. Die RSS-Feed variante, basieren auf dem Resource Description Framework (RDF) ist durchaus Teil des Semantischen Webs (Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/RDF).
Und hier (RSS) wird auch wieder die Problematik der Standards deutlich. Es gibt selten einen an den sich alle halten. Meistens, so habe ich das Gefühl, entstehen aus einem guten Ansatzt mehrere Varianten, so auch bei RSS. Ich hoffe mal das Atom diesem ein Ende setzt, glaube es aber nicht wirklich ;)
Gruss -- Erik
Das semantische Web wird durch OWL (Web Ontology Language) definiert, nicht durch RDF. RDF ist lediglich ein Framework dessen sich OWL mit eigenen erweiterten Definitionen im Moment bedient. OWL verwendet RDF lediglich als Grundlage weil es dadurch die eigene technische Grundlage selbst nicht mehr neu definieren muss. Das ist auch der eigentliche Vorteil eines Frameworks.
Ebenso kann RDF sich XML als Datenstruktur bedienen, muss es aber nicht.
RSS hat in einigen Versionen RDF als technische Grundlage verwendet, z.B. in RSS 1.0. In der Zielsetzung hat RSS aber keinerlei Gemeinsamkeit mit dem semantischen Web. RSS 2.0 verwendet RDF nicht einmal.
http://de.wikipedia.org/wiki/RSS#Versionen.2CAlternativenund_Erg.C3.A4nzungen
Damit ist klar das RSS nicht zum semantischen Web gehört.
Ein einfacher Vergleich ist hier zum Beispiel XML, so gut wie jede Software verwendet in Teilen XML zum definieren von Datenstrukturen. Die Zielsetzung und der Einsatz sind aber höchst unterschiedlich. Nur weil eine Struktur in XML definiert ist, ist sie trotzdem nicht von jedem anderen Programm verwendbar das auch XML einsetzt, geschweige denn das diese Daten überhaupt einen Sinn für ein anderes Programm geben.
Danke Timon, gerade zum Thema Semantic Web haette ich mich hier eigentlich aeussern wollen, aber das hast du jetzt ja schon vorgegriffen ;)
Also nochmal grundsaetzlich: RDF hat mit Semantic Web nichts zu tun. Das ist fuer Semantic Web NUR ein Werkzeug.
Plattes Beispiel: Wenn RDF Salz waere, dann haetten ja auch nicht alle Gerichte, die mit Salz gekocht wuerden, etwas miteinander zu tun.