Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
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Themen:
EU-weiter Handy-TV Standard
In Japan ist es es schon jetzt ein Renner, in Deutschland wissen die meisten Menschen nicht einmal, dass es sowas gibt: Handy-TV. Wie bei vielen neuen Techniken gibt es diverse Konsortien, die ihre Standards forcieren. Möglich sind generell drei Technologien: Mobilfunk (UMTS), digitaler Rundfunk (DVB-H u. DMB) und Funknetzwerke (WLAN/WiMAX). Die EU-Kommision hat als TV-Format für mobile Geräte nun DVB-H (Digitial Video Broadcasting - Handhelds) zur Norm gemacht. Das heisst konkret, dass die Mitgliedsstaaten die Nutzung dieses Standards fördern sollen. Die deustche Lösung DMB ist damit zumindest in Europa aus dem Rennen, findet aber weiterhin im asiatischen Raum Anwendung.
Weitere Quellen:
EU-Kommission legt DVB-H als EU-Norm für Handy-TV fest (heise mobil)
EU will Standard DVB-H durchsetzen (SPON)
Energieautonomie für die USA?
Es ist eigentlich jedem klar, dass sich die Menschheit so langsam über alternative Energiequellen Gedanken machen muss. Nicht nur, weil die Resourcen knapp sind, sondern weil deren Verbrennung unser Klima verändert. Klar wurde auch schon vor 40 Jahren gesagt, dass die Ölreserven in 30 Jahren zuende sind. Zu dem Zeitpunkt konnten sie aber auch nicht so präzise bestimmt werden wie heute. Atomenergie wäre eine saubere Alternative (oder auch nicht), doch es ist nicht bekannt, wie lange die Uranvorkommen noch anhalten. Fakt ist, dass auch diese endlich sind. Fakt ist auch, dass wir Öl und andere fossile Rohstoffe dringender für Dinge brauchen, für die es bisher keinen Ersatz gibt (z.B. Herstellung von Plastik).
Den größten Energielieferanten, den unser Planet hat, nutzt momentan hauptsächlich die Natur: Die Sonne. In einem Artikel bei Spiegel Online wird eine Studie vorgestellt, die aufzeigt wie man durch Solarenergie die USA bis 2050 energieunabhängig machen kann. Das bemerkenswerte an der Studie ist, dass sie realistisch an das Thema herangeht und mit konservativen Annahmen arbeitet (z.B. ist der Fortschritt i.d. Solartechnik nicht mit einkalkuliert). Mehr Details diskutieren wir in der Sendung.
Die Vorratsdatenspeicherung floppt
Nach dem Bundestrojaner geht der Bundesverfassungsgericht nun auch der Vorratsdatenspeicherung an den Kragen. Das Gericht gibt einem Eilantrag von zehntausenden Bürgern statt. Organisiert wurde diese größte Verfassungsbeschwerde in der Geschichte der Bundesrepublik durch den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung der die Aktion in einem kurzen Video dokumentiert. Die Daten dürfen zunächst zwar weiterhin gespeichert werden, der Zugriff darf jedoch nur bei schweren Straftaten erfolgen. Die Bundesregierung hat nun bis September Zeit, einen Bericht über die praktischen Folgen der Vorratsdatenspeicherung vorzulegen. Vorher ist also nicht mit einer Hauptverhandlung zu rechnen.
Es handelt sich zwar nur um die Entscheidung über einen Eilantrag, aber es zeigt sich zum wiederholten Male, dass die Bundesregierung anscheinend nicht in der Lage ist, verfassungskonforme Sicherheitsgesetze zu verabschieden. Zumal diese laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für Strafrecht nicht mal einen erkennbaren Nutzen bringen. Da freut es einen doch, dass die Judikative noch eine eigenständige Gewalt ist, die ihre Aufgabe (zumindest auf oberster Ebene) ernst nimmt.
Google ist nicht der Verlierer der Frequenzauktion
Nachdem auch die USA komplett auf Digital-Fernsehen umgestiegen sind, stand das 700Mhz-Frequenzsprektrum, welches für den analogen Rundfunk genutzt wurde, zum Verkauf. Auch Google hat sich im Rahmen der Auktion mit einem Gebot von $4,6Mrd um das Spektrum beworben. Es wurde sofort angenommen, dass Google vor hat, sich eine eigene Internet-Infrastruktur zu errichten, um von den großen Anbietern unabhängiger zu werden (zumal diese wiederholt mit dem Bruch der Netzneutralität gedroht haben). Den Zuschlag hat nun mit $19,6Mrd Verizon erhalten. Die meisten Nachrichtenseiten sehen Google nun als Verlierer, was der Realität nicht ganz entspricht.
Google hat von Anfang an den Sinn seines Gebotes genau erklärt: Man verpflichte sich das Gebot abzugeben wenn, unabhängig davon wer den Zuschlag erhät, das neue Netz für andere Anbieter offen steht, so dass sich kein Anbietermonopol bildet. Googles Lobbyarbeit hat gefruchtet und sie haben nun am Ende ihren Willen bekommen, ohne auch nur einen Cent zu zahlen. Für Google also sicher ein Grund sich zu freuen.
Roboter mit lebensnaher Gesichtsmimik
Auf der CeBIT wurde ein neuartiger Roboter vorgestellt, der zwar wirkt wie eine Spielzeugpuppe, aber dennoch keine ist. Zeno ist ein humanoider Roboter, der, wenn er fertig ist, 300 Dollar kosten soll. Für diesen Preis bekommt man ein gewisses Maß an küstlicher Intelligenz und Sensorik (der Roboter lernt selbstständig und ist in der Lage seinen Besitzer wiederzuerkennen). Das Bemerkenswerteste ist allerdings seine Fähigkeit, menschliche Mimik nachzuahmen. Golem hat ein Interview mit dem Erfinder David Hanson geführt. Dort gibt es neben weiteren Details auch ein Video von Zeno.
Wine 1.0 kommt bald
Wine ermöglicht es unter einem Linux-Betriebssystem Programme auszuführen, die für Windows gedacht sind. Es ist - korrekt formuliert - eine Windows-Kompatiblitäts-Schicht. Das Akronym steht für Wine is not an emulator. Das heist konkret, dass Wine Windows nicht emuliert, sondern tatsächlich die nötigen Bibliotheken eines Windows-Sytems nachgebaut wurden, so dass Windows-Anwendungen mit Wine nativ unter Linux laufen können. Dies hat gegenüber Emulatoren oder Virtuellen Machinen den Vorteil, dass die Anwendungen genauso fix, zum Teil sogar schneller, unter Linux laufen. Da an Wine in sehr hohem Tempo gearbeitet wird, kommen permanent neue Anwendungen zu denen, die perfekt laufen. Dazu hat sich vor Kurzem auch Photoshop CS2 gesellt, aber auch Spiele wie World of Warcraft oder GTA: San Andreas laufen absolut problemlos. Für viele andere Spiele braucht man ü,brigens nicht einmal Wine, da die Entwickler auf ihren Seiten auch Linux-Installer bereitstellen (die Spiel-CD wird natürlich weiterhin benötigt).
Am 6. Juni 2008, dem 15 Geburtstag des Projektes, soll Wine nun in Version 1.0 erscheinen. Diese Versionsnummer kommt in der Linuxwelt einem Ritterschlag gleich, da 1.0 nicht bedachtslos vergeben wird. Erst wenn ein Programm sicher (also auch in Produktivumgebungen) einsetzbar ist, kommt 1.0 in Frage. Nutzbar ist Wine natürlich schon lange. Wer also mit Windows nicht mehr zufrieden ist, aber auf spezielle Programme, die es für Linux nicht gibt, nicht verzichten kann, der sollte mal beim Wine-Projekt vorbeischauen, um zu sehen ob diese Software läft.
Neuartiger PC-Lüfter
Ein US-amerikanisches Unternehmen hat eine neue Technik zur Kühlung von Prozessoren vorgestellt. Mittels Korona-Entladungen werden Luftmolekühle in Bewegung gesetzt, so dass ein Luftsrom entsteht. Für Ionisatoren dieser Art werden nur sehr geringe Ströme benötigt, so dass sich der Energieverbauch in Grenzen halten sollte. Da das Prinzip das Gleiche ist, wie beim Siemens’schen Ozonisator ist leicht ersichtlich, dass das Abfallprodukt Ozon ist. So revolutionär diese Kühlungstechnik also ist, könnte sie auch negative Folgen haben. Interessant ist zumindest, dass solche Kühler direkt in die Chips integriert werden könnten.
Breakpoint: Die Demo-Scene trifft sich
Zu Ostern fand zum sechsten Mal das Treffen der Demo-Szene in Bingen statt. Was früher die Assembly war, ist heute Breakpoint. Die Demoszene sind Programmier-, Grafik-, Kompressions- und Musikkünstler. Die Demos zeichnen sich dadurch aus, dass sie meist auf bestimmte Größen (wie 64 Kilobyte) begrenzt sind. Die Scener bringen darin Atemberaubende Videos unter, die sich in der Qualität mit so manchem aktuellen 3D-Spiel messen können. Nur dass diese hunderte von Megabyte, statt nur wenige Kilobyte einnehmen. Die Preisträger dieses Jahres kann man sich im Artikel bei Spiegel Online anschauen.
Musiksharing und Verfügbarkeitscheck
Abschliessend wie immer zwei kurze Tips. Mojo ist eine Anwendung, die es ermöglicht die iTunes Musikbibliothek mit Freunden über das Internet zu teilen. Es wirkt wie ein kleiner Instant Messenger (mit Freundesliste) und ist erhältlich für Mac und Windows. Freunde im eigenen Netzwerk werden (zumindest auf dem Mac) automatisch angezeigt. Andere erst, sobald man sie seiner Buddy-Liste hinzugefügt hat. Danach hat man vollen Zugriff auf die iTunes-Library seiner Freunde - Inklusive Downloadmöglichkeit. (via lifehacker)
downforeveryoneorjustme.com ist eine Seite, die es erlaubt zu prüfen, ob eine Seite im Netz erreichbar ist. Das ist hilfreich, um zu testen, ob Nichterreichbarkeit ein Problem bei der Seite, oder beim eigenen Provider ist. Das ist als schneller Check ganz hilfreich, aber nicht so aussagekräftig, wie ein eigener Test (per SSH) von einem seperaten Server.
Länge: 45:07
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Wie immer eine gute Folge.
Nur wieso führen die Links nur zu einer Archivübersicht und nicht zu Quellartikeln?
Bin ich zu doof oder ist das Absicht so?!
Danke und weiter so.
Grüße
Holzmann
Das liegt daran, dass die Shownotes momentan noch von Matthias geschrieben werden. Von daher sind momentan nur die Überschriften zu sehen.
hallo!
sag mal timon, kannst du mir/uns mal was zu eurem traffic sagen.
wie häufig werden die sendungen pro monat im schnitt runter geladen?
lg
peter
Hi Peter,
im Januar hatten wir ca. 18.000 Downloads verteilt über alle Sendungen. Die alten Folgen werden auch ganz gerne geladen.
Lieben Gruß,
Timon
hi,
ja das kenne ich.
als ich euch vor ca. einem jahr zum ersten mal gehört habe, habe ich mir auch alle alten folgen gezogen, um sie im urlaub zu hören.
danach wusste ich alles über opera und google-programme! ;-))
lg und danke!
peter
Hallo Matthias,
das WINE-Projekt hatte ursprünglich das Ziel Windows 3.1 Software unter Linux lauffähig zu machen. Damit stand es damals in direkter Konkurrenz zu dem - heute bereits in Vergessenheit geratenen - kommerziellen WABI.
http://www.heise.de/ix/artikel/1997/01/062/
http://everythinglinux.org/wabi/index.html
http://linux.dn.ua/docs/wabi/wabi.html
Hi Markus,
vielen Dank für den Nachtrag.
Timon
Hi!
zu ersteinmal großes lob an euch!
Ihr macht einen der wenigen Podcasts den ich immer sehensüchtig erwarte :-)
naja jetzt zu den thmen
meiner meinungnach sehe ich für den bewegungslosen Lüfeter oder wie man ihn auch immer nennen macg ein gr0ßes Einsatzgebiet: die Großrechner, da sie ja tag und nacht laufen fallen mbstimmmt auch mal die bestenlüfter aus ->damit wär das porblem glößt zweiter aspekt war selbst mal in einem raum mit nem rechner. dort ist es gehörig laut auch da könnten diese lüfter ein bischen abhilfe schaffen.
so der zweite punkt google war bei mir down allerdings nur teilweise google de/com also unter denen man gerne sucht waren nicht zu ereichen aber google.t /fr/ru/co.uk ... waren ereichbar musste man halt nen tag in östereich suchen
naj dan macht weiter so max
Hi Max,
herzlichen Dank für dein Lob.
Für die Lüfter ohne bewegliche Teile sehe ich auch großes Potenzial. Einziger Punkt wo ich noch unsicher bin ist, ob die Lüfter eventuell Ozon erzeugen und in welcher Menge. Das wäre sicherlich ein unerwünschter Nebeneffekt.
Was Google angeht, dass sind interessante Infos. Ich hab dann halt in der Zeit über Yahoo gesucht. Meldungen über Störungen kann man sonst gut bei heise einsehen.
Beste Grüße,
Timon