Es gibt eine Eigenheit, die viele Menschen teilen. Wenn man etwas zum ersten mal aus einer zuverlässigen Quelle hört, glaubt man es, ohne es zu hinterfragen. Man wird diese Quelle sogar - wider besseren Wissens - anderen gegenüber verteidigen. Die erste Information zu einem Thema brennt sich anscheinend so fest ins Gehirn, dass man sie nicht mehr loslassen mag. Man gibt es natürlich ungern zu, selbst so primitiven Verhaltensweisen anheim zu fallen. Auf dem Weg zum besseren Selbst sprechen wir in dieser Folge über einen Irrtum, an den wir lange geglaubt haben.
Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
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Themen:
Richtig Löschen
Beim Lesen eines Artikels über Open-Source-Programme zur Datenrettung bin ich mal wieder auf einen Irrtum gestossen, an dem ich selbst lange festhielt: Um Daten sicher zu löschen, müssen sie mehrfach überschrieben werden.
Nach der Lektüre des Kommentar-Forums und einer erfolglosen Recherche musste ich feststellen, dass diese ganzen Tools zum sicheren Löschen von Daten (z.B. Eraser) ihre Existenzberechtigung auf theoretische Papers stützen. Für einen älteren Artikel der c’t wurden die Daten auf einer Festplatte ein einziges Mal mit Nullen überschrieben und diese danach in ein professionelles Datenrettungszentrum gegeben. Mit dem Ergebnis, dass die Daten nicht mehr gerettet werden konnten. Wenn man weiter sucht, wird man feststellen, dass es keine einzige Quelle für die erfolgreiche Wiederherstellung von 1x überschriebenen Daten gibt.
Die Theorie ist grob gesagt folgende: Werden auf einem magnetischen Medium Daten überschrieben, geht das ursprüngliche Signal nicht vollständig verloren, sondern wird nur gedämpft. So lassen sich alte Inhalte von Audio- oder Videokassetten teilweise rekonstruieren. Theoretisch liesse sich dieses mit sehr hohem Aufwand auch auf Festplatten anwenden. In der Praxis ist dies jedoch bisher niemandem gelungen.
Skype zu verkaufen?
Letzte Folge sprachen wir darüber, dass Google und eBay gerüchteweise über Skype sprechen. Man wolle entweder kooperieren und Skype-Nutzern Dienste von Google anbieten, oder sogar Skype kaufen. Jetzt zeigt sich, dass eBay zumindest darüber nachdenkt, Skype zu verkaufen. EBay hatte gehofft, dass Skype die Kommunikation zwischen Käfern und Händlern beleben könnte. Sollten sich bis Ende des Jahres keine solchen Synergieeffekte einstellen, werde man über einen Verkauf nachdenken.
Vintage Gaming
Es hilft ja nicht den guten alten Zeiten nachzutrauern, in denen grossartige Spieledesigner innovative Spielkonzepte umgesetzt haben und es noch fesselnde Adventures gab. Man kann sich zwar ScummVM schnappen und die alten Perlen auch heute noch spielen und geniessen. Oder aber man nimmt das Schicksal in die eigenen Hände und entwickelt eigene Spiele, in denen die Geschichten der Klassiker weitergeführt werden. Baphomets Fluch 2.5 und Zak McKracken:btas sind zwei Beispiele dafür. Ersteres ist noch nicht ganz fertig, letzteres kann man nun endlich spielen. Also los!
Neues Google Earth
Nach Jahren der Stagnation hat sich bei Google Earth endlich auch unter der Haube mal ‘was getan. Das Interface wurde ein wenig aufgepeppt und um die atemberaubenden 3D-Inhalte, die man bspw. im virtuellen Hamburg bestaunen kann, sehen zu können, muss man nun nicht wärend der Ladezeit eine Tasse Kaffee trinken gehen.
In der Zwischenzeit erlaubt sich Googles Konkurrenz einen kreativen Scherz auf Googles Kosten. Box.net hat hat eine komplett spielbare Version von Monopoly namens Googoloply designen lassen. Natürlich in Anspielung auf Googles immer schneller wachsendes Monopol in der Online-Welt.
Internetauftritte der ÖR auf dem Prüfstand
Die Präsenz der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Netz hat einen grossen Haken: Sie macht den regulären Printmedien Konkurrenz. Der unfaire Vorteil der ÖR ist, dass diese mit ihren Angeboten kein Geld verdienen müssen. Es ist schon da. Dass der Spiegel am liebsten alle redaktionellen Inhalte von ARD und ZDF aus dem Netz verbannt haben möchte, ist nicht weitere überraschend. Der Unterton eines Artikels von letzter Woche spricht Bände über die Position des Spiegel.
Nicht von der Hand zu weisen ist der Fakt, dass der Auftrag der ÖR für das Internet-Zeitalter präziser gefasst werden muss. Vorschlag: Lasst sie machen was sie wollen, aber macht ihre Angebote nur denen zugänglich, die GEZ-Gebühren zahlen (Zugangsdaten auf dem Gebührenbescheid).
Wegwerfhandys
Aus der Reihe Dinge, die die Welt nicht braucht: Das Wegwerfhandy. Die Firma Hop-on will ihre Geräte nun auch in Europa vermarkten, nachdem sie sich bereits seit 2002 relativ erfolglos auf dem amerikanischen Markt tummeln. Die Idee hätte sogar Potenzial, wenn Mobiltelefone nicht a) ein Prestigegegenstand wären und b) man an jeder Ecke in Europa eine PrePaid-SIM-Karte kaufen könnte.
Falsche Flatrate
Flatrates bzw. Pauschaltarife funktionieren aus Sicht des Providers prinzipiell so: Man braucht Kunden, für die der Tarif eigentlich zu viel ist (die mit einem Zeit- oder Volumentarif besser beraten wären). Dann gibt es die Kunden, die mit anderen Tarifen wahrscheinlich auf dem gleichen Preis kommen würden, oder etwas drüber. Am Ende gibt es die Poweruser. Die Kunden, welche den Tarif ausreizen. Der tatsächliche Preis der Flatrate sollte eine Mischkalkulation sein, welche alle drei Gruppen einbezieht.
Im Kampf um den niedrigsten Preis scheinen diese Mischkalkulationen nicht mehr aufzugehen. Mehrere Anbieter, darunter Arcor und Congster, haben in letzter Zeit Powerusern ihrer Telefon-Flatrates die Verträge gekündigt. Rechtlich ist das einwandfrei, man erwartet aber wahrscheinlich nicht, dass einem die Flatrate genommen wird, wenn man sie wirklich ausnutzt.
Die Tips der Woche
Da wir jetzt twittern, wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, dass es auch komfortable Clients gibt, mit denen man Twitter nutzen kann. An dieser Stelle empfehlen wir thwirl für Windows und Mac und gTwitter für Linux.
Wenn man viel am Rechner arbeitet, verliert man leicht den Überblick, womit man seine Zeit verbringt (oder verschwendet). Auf der Suche nach Dokumentation bleibt man z.B. leicht bei anderen Internetseiten hängen. Wenn man sich besser organisieren möchte, ist es hilfreich zu sehen, womit man wieviel Zeit verbringt. An dieser Stelle hilft RescueTime. Ein Client auf dem Rechner verfolgt, was man tut, so dass man seinen Arbeitstag später online analysieren kann.
Wer gebrauchte Computerhardware kaufen oder verkaufen möchte, sollte unbedingt bei BFL IT-Index vorbeischauen. Auf dieser Seite wird der aktuelle Markt analysiert. Ähnlich wie bei der Schwacke-Liste für Autos, kann man hier sehen, was für Preise für welche Hardware zu erwarten sind.
Ohne viele Worte: Der Technology Review Wissenstest. Es werden Fragen aus diversen naturwissenschaftlichen Disziplinen gestellt, die man auch beantworten können sollte, wenn man ihnen nicht angehört.
Avira AntiVir ist wohl eines der bekanntesten Antiviren-Programme in Deutschland. Wohl vor allem, weil es kostenlos ist und trotzdem etwas taugt. Die neue Version 8 bringt ein aufgefrischtes Interface und soll beim Scannen bis zu 20% schneller sein.
Länge: 35:49
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Zum Thema öffentlich rechtlicher Rundfunk:
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass wir dringend eine neue Definition dieses gesellschaftlichen Konstruktes brauchen. Obwohl technische Entwicklungen die herkömmlichen Begriffe von Hörfunk und Fernsehen abgeschafft haben, wurde definitorisch im Rundfunkstaatsvertrag darauf nicht reagiert. So wäre meiner Meinung nach die Interpretation, dass jeder regelmäßige Podcast eine Rundfunkveranstaltung ist, denkbar, wenngleich auch nicht unbedingt sinnvoll. Wie sieht es nun mit dem Textangebot der Anstalten aus? Zunächst einmal plädiere ich für vollständige Transskipte der ausgestrahlten Beiträge. Aus einem einfachen Grund: Die Anstalten betreiben eine sogenannte Grundversorgung, wozu auch gehört, Menschen mit körperlichen Einschränkungen mit Informationen zu versorgen. Die schriftliche Verfügbarkeit von audio(visoell) angebotenen Informationen wäre für Hörbehinderte sicherlich ein entschlossener Schritt in Richtung Barrierefreiheit! Gerade hier klafft beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Wirklichkeit und Anspruch kilometerweit auseinander.
Ferner stört mich, dass die Sender, das was unstrittig wäre, nur halbherzig betreiben. Viele Streams von Radiostationen sind eine Beleidigung für die Ohren und liegen teilweise in Formaten vor, mit denen ein unversierter OpenSource-Nutzer sicherlich Probleme hat (Windows-Media, Real-Audio ...). Lediglich eine Anstalt (das Deutschlandradio) bietet Streams an, die a) qualitativ überzeugend und b) vermutlich nicht besonders kostenintensiv sind, da hier ein Format (OGG/Vorbis) eingesetzt wird, das mit einer variablen Bitrate arbeitet und das vollkommen lizenzfrei eingesetzt werden kann (im Gegensatz zu Windows-Media & Co.).
Lang die Rede, kurz der Sinn: Bevor die Sender weitergehende Forderungen stellen, sind sie in der Bringepflicht. Die ihnen durch das BVG gewährte Bestands- und entwicklungsgarantie nutzen sie bei weitem nicht aus.
Hi,
da stimme ich dir vollkommen zu. Gerade den Punkt der Transskripte finde ich sehr sinnvoll. Schließlich werde staatliche Webseiten was Barrierefreiheit angeht auch in die Pflicht genommen. Dann sollten die Öffentlich Rechtlichen auch in dem Punkt jedem aus der Bevölkerung die Möglichkeit geben sich zu informieren. In dem Punkt wären die Gelder sicherlich gut investiert.
Was die Zugänglichkeit der Formate angeht stimme ich dir zu. Ich möchte aber noch hinzufügen, dass du allerdings bedenken solltest, dass ein Großteil der Bevölkerung besser den Zugang über die Windows Media Formate erlangen kann als über die anderen Formate. Bei den meisten Windows-Systemen werden die mitgeliefert von daher halte ich das schon für eine gute Lösung, um einen hohen Prozentteil zu erreichen. Allerdings sollte es auch mindestens ein Format geben, dass man auf jeder Plattform betrachten kann.
Im Grunde ist das die gleiche leidige Diskussion wie die Steuersoftware Elster die es auch nur für Windows gibt.
Dass Windows-Media auf Grund der überwiegenden Verbreitung von Microsoft-Betriebssystemen das evtl. gängigste Format ist, will ich gerne bedenken. Und wenn es nicht allzu kostenintensiv ist sollten öffentlich rechtliche Anstalten meinethalben dieses Interesse auch bedienen.
Allerdings frage ich mich auch, weshalb die Anstalten nicht zumindest teilweise versuchen “Trendsetter” zu werden? Gehört es nicht auch zur technologischen “Bestands- und Entwicklungsgarantie”, ‘neue’ Verbreitungswege voranzutreiben und massentauglich zu machen? Es schadet ja nicht, einen qualitativ hochwertigeren Ausspielweg anzubieten, der bei gleicher Komprimierung mehr Information (Audio oder Video) transportieren kann. Vermutlich wird es sich nach kurzer Zeit rumsprechen, dass es sich “die Mühe” lohnt, ein oder zwei zusätzliche Codecs zu installieren.
Erneut lang die Rede, wiederum kurz der Sinn: Wenn viele Inhalteanbieter bestimmte Standards zur Audio- bzw. Videoverbreitung benutzen, werden diese über kurz oder lang in die Player integriert. Gibt es haute noch Player die kein MP3 abspielen?
Also gerade die ÖR sind nicht unbedingt diejenigen die einen Trend setzen. Vor allem auch nicht dürfen, weil Trends setzen geht nach meinem Verständnis über die Grundversorgung hinaus. Da müssten die sich dann eher anhören, warum sie ein Nischenformat verwenden und damit Geld für etwas ausgeben was momentan noch keinen großen Nutzen hat. Wenn es anders wäre hätten wir die Diskussion nicht was die ÖR im Internet dürfen und was nicht.
Da ich das betreffende BVG-Urteil gerade nicht zur Hand habe, kann ich hier nicht behaupten “so und so ist es”.
Ich meine mich aber recht gut zu erinnern, dass die Karlsurher Richter in ihre Bestands- und Entwicklungsgarantie die Entwicklung und Weiterentwicklung neuer Verbreitungswege einbeziehen. Vielleicht ist hierfür der Begriff Trendsetting zu extrem.
Bei der Frage, was die öffentlich Rechtlichen im Netz dürfen, scheint mir diese Frage übrigens überhaupt keine Rolle zu spielen. Stein des Anstoßes ist nicht die Direktaustrahlung der Inhalte über das Netz. Schwieriger wird es bereits bei der Zweitverwertung (OnDemand und Podcasting). Und ganz kritisch, wie ja aus Eurer Berichterstattung klar wurde, wenn die Grenzen zwischen Presse- und Funktext nicht mehr unterschieden werden können.
PS: Vielleicht schaffe ich es einmal in das Urteil zur Bestands- und Entwicklungsgarantie zu schauen. Auszugsweise steht das bei mir alles im Regal.
Ja, wie du ja sagtest, der Auftrag muss mal neu definiert werden. Die bisherigen Definitionen zeigen inzwischen Alterungserscheinungen.
Jetzt mal ne ganz blöde Frage... das Thema Vorratsdatenspeicherung ist in aller Munde - unter anderem werden ja Verbindungsdaten von Telefongesprächen gespeichert...
So - und wie tut das dann mit diesen Wegwerfhandys?! Irgendwie versteh ich dann den ganzen Aufwand nicht, wenn jeder “Terrorist” sich einfach für die Planung seiner “Straftaten” ein Wegwerfhandy kaufen kann...
Beste Grüße
Hi Thomas,
das ist eine gute Frage. Im Grunde hat es sich schon dadurch beantwortet, dass wie wir bereits darüber berichtet hatte selbst das BKA die Steigerung der Aufklärungsrate durch die Vorratsdatenspeicherung im Promille-Bereich sieht.
Wegwerfhandy
Hallo,
ich denke auch, dass das Produkt einen winzigen Nischenmarkt bedient. Sollte das Wegwerfhandy wirklich 13 Euro kosten, wäre es doch sehr teuer und das bei einem gut gesättigten Markt. Ein Blick in ein bekanntes Auktionsportal zeigt, was wirklich billig wäre für ein vollständiges Handy.
Noch zur Info: Avira AntiVir Personal - FREE Antivirus hat u.a. keinen Spy-/Adware-Schutz. Ich hatte früher noch den Windows Defender zusätzlich laufen, jetzt die Premium-Version für knapp 20 Euro.
LG
Peter
Hi Peter,
ich weiß allerdings nicht ob in den genannten 13 EUR schon bereits Gesprächsguthaben enthalten ist.
Für Spyware-Schutz kann ich sonst auch das kostenlose Spybot Search & Destroy empfehlen.
Zum iPhone Tarif mit 29,- Euro
Da wurde schon im Oktober oder November geplant, da gabs schon die ersten Umfragen, ob der Tarif ankommt.
Also wird der nicht nur dafür benutzt um das iPhone schnell abzuverkaufen.
Abwarten, kann sein das du recht hast. Aber das iPhone verkauft sich hier nicht gut und die Gerüchte mehren sich, dass das nächste iPhone ohne Providerbindung kommen wird.
würde das nicht bedeuten, dass apple auf einen teil seiner einnahmen und seines geschäftsmodells verzichtet?
warum sollten die das tun?
Es würde den Absatz der Geräte steigern, über den Verkauf von zusätzlicher Software für iPhone und iPod touch im iTunes Store können sie den Verlust an der Umsatzbeteiligung der Telefongebühren locker rausholen. Von daher wäre es wohl eher eine Umsatzsteigerung für Apple wenn sie das iPhone frei verkaufen würden.
na wir werden sehen, ob sie umschwenken und für mich noch viel interessanter nach dem genialen betriebssytem den funktionsumfang erweitern (gps, tv, umts, mms, ordentliche kamera, etc.).
t-mobile dürfte beim geschäftsmodell wohl aber auch mitreden. denke, die haben sich die exklusivrechte was kosten lassen.