Monday, 28. July 2008
Z! - Episode 122: Kryptographie im Fokus
Wieder ist ein Monat rum. Immernoch haben wir viel zu tun. Konkret heißt dies, dass wir jetzt erstmal im 14-tägigen Rythmus aufzeichnen werden. Die nächste Sendung ist also am 11. August 2008. Aber jetzt erstmal viel Spass mit dieser Episode!
Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
Die Sendung zum herunterladen:
Themen:
Datensicherung mit Dropbox
Man kann es ja nicht oft genug sagen: Leute! Sichert eure Daten. Ein Artikel im Web Worker Daily soll für uns einmal wieder Anlass sein, die Problematik zu thematisieren. Der Autor fühlte sich mit seinem gerade mal 10 Monate alten Macbook auf der sicheren Seite, bis ihm dessen Festplatte abgeraucht ist und die Daten futsch waren.
Zumindest eine externe Festplatte sollte es schon sein, wenn einem die eigenen Daten (Fotos, Videos, usw.) etwas wert sind. Aber dann sollte man natürlich nicht nur dort speichern. Der Sinn eines Backups ist es ja gerade noch eine zweite Kopie in Sicherheit zu haben. Für ein Offsite-backup liegt es nahe, das Internet zu nutzen. Inwieweit man dann den Anbietern vertraut, muss man selbst entscheiden. Es sei angemerkt, dass einige Lösungen nicht besonders sicher sind (was die Verschlüsselung angeht) und andere wie Jungle Disk (Amazon) auch schon mal Datenschwund erlitten.
Wie sich der neue Dienst Dropbox bewährt bleibt abzuwarten. Er bietet auf jeden Fall interessante Merkmale. Am Besten erklärt es wohl das Promovideo auf der Startseite. Alternativ kann man natürlich immer noch selbst irgendwo einen zweiten Rechner bereithalten (z.B. einen root-Server) und per rsync die Datensicherung machen.
Geht es einem nur um die Synchronisierung der Daten zwischen unterschiedlichen Geräten und Diensten, empfiehlt es sich einen Blick auf Conduit zu werfen. Diese Gnome-Software macht es unter Linux sehr einfach unterschiedlichste Aufgaben zu erledigen (Fotos mit Picasa synchronisieren, Kontakdaten des Handys mit Evolution, usw.)
Schwedens neues Überwachungsgesetz
Ab 1. Januar 2009 wird der komplette schwedische Internetverkehr vom schwedischen Militärnachrichtendienst FRA überwachbar. Die Lex Orwell ist beschlossene Sache und die weitreichendste Maßnahme zur Überwachung von Telefon- und Internetverkehr in einer westlichen Demokratie. Alles was im Land passiert oder über die Landesgrenzen kommt läuft künftig über die Filter des FRA.
Man übersieht leicht die Folgen, die dies auch für den Rest Europas hat. Schweden ist DER IT-Angelpunkt in Skandinavien und ausserdem eine Brücke zum Osten. 80% des russischen Datenverkehrs laufen über Schweden. Die Taz sieht hier umfangreiche Möglichkeiten für Wirtschaftsspionage. Die meisten skandinavischen Kommunikationsunternehmen haben das Herz ihrer Infrastrukturen in Schweden, so läuft bspw. der norwegische Mobilfunk über die schwedischen Grenzen. Die betroffenen Unternehmen denken bereits darüber nach mit ihren Servern umzuziehen. Google hat angekündigt unter diesen Bedingungen keine Server mehr in Schweden betreiben zu wollen.
Die Gründer von ThePirateBay fordern unterdessen eine Komplettverschlüsselung des Internetverkehrs. Mit Hilfe einer kleinen Anwendung, die sich jeder installieren kann, werde der Datenverkehr zwischen allen Gegenstellen, welche die Verschlüsselung unterstützen, gesichert. Aufgrund des verwendeten Verfahrens kann zwar live eine Kommunikation abgehört werden, aber nicht nachträglich, also besser als gar keine Sicherheit. Bis Ende des Jahres soll die Software von ThePirateBay erscheinen.
Schwächen bei VoIP-Verschlüsselung
VoIP-Telefonie, wie sie von vielen deutschen Providern für Kabel und DSL angeboten wird, ist per se unverschlüsselt. Möchte man dies ändern, muss man momentan noch selbst Hand anlegen (Stichwort: ZRTP). In Firmen werden oft eigene Lösungen zur Sicherung der Telefonate eingesetzt. Forscher aus Baltimore haben nun festgestellt, dass auch solche Telefonate nicht unbedingt sicher sind. Werden die Audiodaten mit variabler Bitrate gesendet (es wird nur so viel Bandbreite belegt, wie nötig ist, da sich bestimmte Laute besser komprimieren lassen, als andere) lassen sich statistisch Rückschlüsse auf den Inhalt des Gesprächs ziehen.
Das funktioniert so: In geschriebenen Texten haben die jeweiligen Buchstaben - je nach Sprache - bestimmte Häufigkeiten (Stichwort: Entropie). So kann man z.B. automatisch feststellen in welcher Sprache ein längerer Text geschrieben ist, indem man einfach die Buchstaben zählt und nachschaut zu welcher Sprache die Häufigkeiten passen. Ähnlich bei VoIP: Es wird je nach Laut eine gewissen Bandbreite in Anspruch genommen. Man schaut sich also an, wie häufig bestimmte Bitraten vorkommen und kann so Rückschlüsse drauf ziehen, welcher Laut sich hinter diesen Bitraten verbirgt. Noch besser werden die Ergebnisse natürlich, wenn man mehr Informationen über den Sprecher hat.
TrueCrypt in neuer Version erschienen
Unsere Lieblingsverschlüsselungssoftware TrueCrypt wurde mal wieder um einige Funktionen erweitert. Immer noch ist TrueCrypt der Standard, was Festplattenverschlüsselung angeht. Es unterstützt Windows, Mac und Linux. Man kann versteckte Partitionen anlegen (deren Existenz nicht nachweisbar ist). Neu in dieser Version ist, dass man diese auch unter Mac und Linux anlegen kann (vorher konnte man sie nur öffnen). Besonders interessant ist, dass man nun in solchen versteckten Partitionen auch Windows installieren kann. Man benutzt also ein Betriebssystem für die normale Arbeit (dessen Passwort man ruhig verraten kann) und eines für die Arbeit mit sensiblen Daten. Das ist gerade deswegen relevant, weil Programme wie Word temporäre Dateien erstellen, die es - auch wenn man verschlüsselt - u.U. erlauben zumindest die Verschlüsselung nachzuweisen. Außerdem bietet TrueCrypt 6 Unterstützung für Mehrkernprozessoren, so dass man durch die Verschlüsselung noch weniger Performance-Einbußen in Kauf nehmen muss.
Tips: kostenlose 3D-Software, Ubuntu-Video-Training
TrueSpace ist eine umfangreiche Software zum modellieren von dreidimensionalen Modellen und deren Animation. Nachdem Microsoft den Hersteller Caligari gekauft hat, haben sie netterweise die Software zur Freeware gemacht.
Google hat seinem Email-Dienst Google Mail ein paar nette neue Funktionen hinzugefügt. Hat man mal vergessen sich irgendwo auszuloggen, kann man dies nun direkt im Interface sehen und nachholen. Ausserdem ist nun durchgehende Verschlüsslung per SSL als Standard einstellbar. Vorher musste man dafür direkt https://mail.google.com aufrufen (ansonsten wurde die die Übertragung der Zugangsdaten verschlüsselt).
Der Verlag Galileo Press hat kostenlos ein sehr professionell produziertes vierstündiges Videotraining online gestellt. Dort wird alles behandelt, was Anfänger interessieren dürfte. Man kann sich die Videos auf der Internetseite in einem Flashplayer ansehen. Ein Mitglied der ubuntuusers-Community hat sich die Arbeit gemacht, das ganze so aufzubereiten, dass man die einzelnen Kapitel downloaden kann. Auch so lohnt sich derweil ein Blick auf ubuntuusers.de. Das Web-Team hat das gesamte Portal von grundauf neu programmiert. Forum, Wiki, Blog, usw. sind nun alle aus einem Guss und nach aktuellen Standards entwickelt. Ende des Jahres soll die Eigenentwicklung namens Inyoka als Opensource-Software veröffentlicht werden.
Länge: 40:52
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Habe noch 10 Dropbox Einladungen. Wer das mal testen möchte sollte mich per Mail anschreiben damit ich die Inivtes rausschicken kann - hoe@smabo.de
LG,
Kann ich Truecrypt auch auf USB-Sticks einsetzen, die ich sowohl auf Windows- als auch auf Mac-Rechnern einsetze?
Hi Daniel,
ja das geht. Also du kannst das TrueCrypt-Volume sowohl unter Windows als auch auf dem Mac mounten. Den Traveler-Mode gibt es allerdings bisher nur für Windows. D.h. aber nur, dass du unter Windows kein installiertes TrueCrypt zum mounten benötigen würdest sondern TrueCrypt direkt von deinem USB-Stick starten kannst. Auf dem Mac würdest du dann ein installiertes TrueCrypt benötigen, um dein TrueCrypt Volume von deinem USB-Stick zu mounten.
Einem Volume das du mobil auf deinem USB-Stick transportierst steht aber nichts entgegen.
Hehe, der war lustig: „Wenn man beim Marktführer kauft, bekommt man Qualität.“ (oder so ähnlich)
Das war doch nicht ernst gemeint, oder? Dann müsste man bei Microsoft ja nur Qualitätssoftware bekommen. Ich habe gerade in den letzten Wochen in einem anderen Podcast (ich glaube, es war mobile-macs.de) gehört, dass Nokia-Telefone sich öfters selbst rebooten, wenn das Handy quasi nicht benutzt wird. Keine Ahnung, ob da was dran ist.
Matthias hat von einem ganz speziellen Bereich nämlich von Handys geredet. Und dort leistet Nokia schon einiges, ich hab inzwischen einige andere Handymodelle testen können und Nokia bietet insgesamt gesehen schon sehr gute Produkte. Man muss bei solchen Abstürzen und Reboots auch mal prüfen ob da nicht Software von Drittherstellern installiert war die dann für Instabilität gesorgt hat.
Außerdem kann man die Leistungen von Nokia ja nicht isoliert betrachten, sondern muss auch schauen was das Umfeld im Vergleich zu bieten hat und welche Probleme die haben. Nokia ist schließlich nicht umsonst mit großem Abstand Marktführer und Motorola ist nicht zufällig so massiv abgestürzt. Die Aussage aus dem Podcast wird sicherlich schon seine Berechtigung gehabt haben, aber man sollte dann auch den Kontext betrachten. Schließlich hat Nokia aktuell dutzende von Modellen die auf dem Markt sind. Handys haben inzwischen halt wirkliche Betriebssysteme mit ähnlicher Komplexität und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Problemen jedweder Art.
Sorry, aber die Aussage im Podcast ist ganz einfach falsch, und ich kann auch deiner Argumentation nicht folgen. Je mehr Marktmacht ein Anbieter hat (z.B. Nokia, Microsoft) desto mehr ruht er sich auf seinen Lorbeeren aus und immer weniger innovativ wird ein Unternehmen.
Die Bedienung von Nokia-Handys ist einfach grauenhaft kompliziert. Selbst auf meinem Billig-Nokiahandy mit wenigen Funktionen ist die Bedienung sehr träge. Schuld daran ist die veraltete Software. Symbian ist für Nokia derzeit die Cash-Cow. Man macht viel Umsatz und hat wenig Kosten (also viel Gewinn). Man scheut sich davor, was neues zu machen, weil das erstmal viel Geld kostet. Hier gehts also um Geld bzw. um den Preis, nicht um Qualität.
Bestes Beispiel, wie schnell man die Marktführerschaft verlieren kann, wenn man sich auf seiner Position ausruht, ist sicher Palm. Das könnte auch Nokia passieren. Daher versuchen sie ja derzeit auch verzweifelt, sich ein neues OS zuzulegen. Symbian ist einfach nicht mehr für aktuelle Entwicklungen geschaffen.
Um das ganze noch einmal auf den Punkt zu bringen. Es ging mir im ursprünglichen Kommentar nur um diesen einen Satz. Selbst wenn ihr recht haben solltet und Nokia gute Qualität bietet, dann sollte der Satz eher lauten: „Bei Nokia bekommt man ausnahmsweise Qualität, obwohl man beim Marktführer kauft.“
hallo kay,
ich hatte vor ca. einem jahr, die möglichkeit palmos 5, windows mobile 5/6 und symbianos 9.2 (?) mit s60-oberfläche zu testen. mir gefällt dabei symbian am besten. ich finde die bedienung intuitiv und das system stürzte am wenigsten ab. im vergleich zu windows hatte es auch weniger bugs. palmos finde ich deutlich in die jahre gekommen und optisch altbacken. dafür aber recht stabil.
noch was zur qualität von nokia-handys: mein n95 knarzt (wie alle nokias, die ich bisher hatte - bewußt eingebautes feature?? man erkennt es am geräusch!!) und der slider ist billigst. leider kein einzelfall beim n95. der rest ;-) ist aber mehr als o.k.
lg
peter
Hallo Peter,
ich habe auch ein Jahr mit Windows Mobile (damals noch Pocket PC) gearbeitet und war auch sehr unzufrieden. Seitdem nutze ich meinen in die Jahre gekommenen Clié (Palm). Selbst diese 4 Jahre alte Gerät ist um einiges schneller als mein neues Nokia 3110. Ohne Frage, das Design und auch die Technik ist veraltet, Palm auf dem absteigenden Ast und ein Nachfolger ist nicht in Sicht.
Aus Usability-Sicht ist das Symbian S40 OS ein Albtraum. Einstellungen sind in zig Menüs verteilt.
Ich wollte hier auch keine Diskussion über die unterschiedlichen Systeme anfangen. Ich musste, wie gesagt, bei dem Satz einfach nur laut auflachen. ;-)
Gruß,
Kay
“Aus Usability-Sicht ist das Symbian S40 OS ein Albtraum. Einstellungen sind in zig Menüs verteilt.”
da hast du recht. s60 auch. finde es schwer, mir den ort selten genutzter funktionen zu merken!
lg
p.s.: ich mag nette diskussionen! ;-)
Manche Einstellungen sind teils schon recht “gut” versteckt. Manchmal liegt es aber auch einfach daran, dass sie dort liegen wo man es nicht erwartet. Aber mal ehrlich wieviel stellt ihr denn täglich um? Ich konfigurier für gewöhnlich einmal mein Handy komplett und danach stell ich sehr selten noch etwas um. Die Sachen die ich täglich nutze kann ich eigentlich auch sehr schnell erreichen.
Was Einstellungen angeht war ich vom Samsung E210 am Anfang etwas genervt. Insbesondere weil mit dem Steuerkreuz durch links und rechts klicken komplette Menüs wechseln kann anstatt tiefer in den Details des aktuellen Menüs zu gehen.
Hallo Kay,
also ich denke, dass unsere Aussagen sicherlich aus selbst gemachten Erfahrungen entstanden sind. Mein “Handy-Hintergrund” ist folgender, ich hatte das Nokia 3210, 6210, 6310i, Motorola V3 und jetzt das Nokia N82. Das ist die Spannbreite von 9 Jahren Mobilfunknutzung. Außerdem hatte ich die Möglichkeit mich unter anderem mit dem Motorola V330, Samsung Z500, E210, Nokia N95 und Nokia 1110i intensiver zu befassen. Abgesehen von diversen Handy-Modellen wo ich für Freunde und Bekannte Kleinigkeiten einstellen sollte.
Das N95 ist sicherlich ein Modell gewesen, dass einiges an Reifezeit benötigt hat, wie Peter es sagte und ich es auch bestätigen kann. Allerdings gehörte es auch mit zu den ersten der N-Series. Was die Bedienung angeht und ich habe dies auch immer wieder von Leuten gehört die weniger technik-affin sind wie ich, ist die Bedienung sehr solide und als durchgängig zwischen den Modellen empfunden worden.
Die Bedienung der Samsung-Geräte ist nicht immer durchgängig, allerdings hatte ich bisher bei den Modellen die ich kenne den Eindruck, dass die Software so weit stabil lief.
Bei Motorola war ich recht überrascht sowohl beim wesentlich älteren und leistungsschwächeren V330 als auch beim RAZR V3 und V3i praktisch die gleiche Software vorzufinden. Das V3 war reagierte recht träge auf Eingaben und hatte des öfteren Reboots ohne nachvollziehbaren Grund auch wenn es gerade nicht genutzt wurde.
Um bei Motorola zu bleiben, Motorola war eine Firma die vor nicht allzu langer Zeit noch gut im Geschäft stand unter anderem wegen dem extrem erfolgreichen V3. Allerdings hat Motorola nun schwere Probleme mit seiner Handysparte, da es an einem soliden Betriebssystem als auch an erfolgreichen Modellen fehlt. D.h. trotz hoher Marktanteile ist Motorolas Handy-Sparte in einer großen Krise weil sie nicht in der Lage waren neue erfolgreiche Modelle am Markt zu platzieren.
Ich erwähne es deshalb, weil genau das Nokia ebenso passieren würde und es zeigt, dass der Handy-Markt sehr dynamisch reagiert und das Nokia ebenso so schnell wie Motorola in eine Krise geraten könnte. Nokia besitzt nicht annähernd ein Monopol wie Microsoft, noch hat es die Sicherheit langjähriger Produktzyklen wie es Microsoft mit Windows hat. Windows ist wesentlich komplexer mit anderen Abläufen verzahnt und hat deshalb selbst bei einem kriselnden Produkt über einige Jahre keine wirtschaftlich kritischen Probleme. Handys werden meist nach 2 Jahren oft schon früher ausgewechselt, eine hohe Produktbindung wie z.B. bei Windows auf Grund eines umfassenden Ökosystems besteht bei Handys nicht. Ein Produkt bzw. Plattformwechsel kann in den meisten Fällen sofort beim nächsten Handy stattfinden. Daher denke ich nicht, dass sich Microsoft und Nokia in einer marktähnlichen Situation befinden.
Was das Symbian OS angeht, Symbian OS kenne ich noch aus der Zeit als es EPOC hieß und von Psion entwickelt wurde. Damals hatte ich einen Psion Series 5mx mit EPOC Release 5. Das erwähne ich nur nebenbei weil es mir gerade zu dem Thema wieder einfällt. Symbian ist sicherlich für Nokia keine Cash-Cow. Die Symbian Ltd. ist bisher ein partnerschaftliches Unternehmen gewesen, an dem viele Mobiltelefon-Hersteller Anteile hielten. D.h. das Nokia und auch die anderen Hersteller Lizenznehmer des Symbian OS sind und dementsprechend auch Lizenzgebühren zahlen, anders wäre es einer eigenständigen Firma auch nicht möglich ihre Angestellten zu bezahlen und ihre Software weiterzuentwickeln.
Was die Plattform Symbian OS an sich angeht, kann ich auch nur das wiedergeben was bei wikipedia über die Programmierung gesagt wird. Viele Techniken entstammen halt einer Zeit wo Systemressourcen jeder Art noch knapp waren und man deshalb auf ressourcensparendere low-level Programmierung angewiesen war. Von daher stimmt es, dass Symbian OS in der jetzigen Form dringend neue Ansätze benötigt, um in den nächsten Jahren seine Position zu halten. Insbesondere um noch mehr Entwickler auf die Plattform ziehen zu können.
Was die Software-Robustheit von Nokia Handys angeht. Ich war erstaunt wie gut das Nokia 1110i ist wo es doch eigentlich zu den billigsten Handys die es überhaupt gibt gehört. Der Funktionsumfang hat mich abgesehen von der Kalenderfunktionalität an das 6210 bzw. 6310i erinnert. Die beide damals zu den teuren Business-Modellen gehörten. Von daher ist es ein Handy was ich wirklich empfehlen kann wenn man ein solides und günstiges Handy nutzt. Das Nokia N82 gehört ja zu den Spitzenmodellen die Nokia anbietet und bisher hatte ich erst einen ganz massiven Absturz wo selbst das entfernen des Akkus nichts gebracht hatte. Die IMAP Funktion scheint etwas wackelig zu sein, jedenfalls kam es dadurch öfters bei mir dazu, dass das N82 sehr langsam wurde und auf Eingaben nicht reagierte. Das sind aber auch die einzigen Punkte wo mir aufgefallen ist, dass das Betriebssystem nicht immer ganz so stabil läuft. Ich habe diverse Zusatzprogramme wie Shozu, Google Maps, Google Mail, Opera Mini, Calcium (Taschenrechner), MobiTubia, Slick (Instant Messenger) und den Y-Browser im Einsatz ohne das ich nennenswerte Probleme feststellen konnte. Die Synchronisation mit dem Mac mit iTunes, iPhoto, Adressbuch und Kalender läuft auch zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Von daher kann ich Nokia keine Schwächen unterstellen die dafür sprechen würde, dass die momentane Marktposition ungerechtfertigt wäre.
Kurze Antwort von mir: Ich gebe dir recht, dass Nokia sicherlich besser als andere Anbieter ist. Aber unter den Blinden ist der Einäugige König. Ich kann dennoch nicht die Kausalität zwischen Marktführerschaft und Qualität erblicken.
Das ist genau der Punkt den ich in meiner ersten Antwort angesprochen habe: “Außerdem kann man die Leistungen von Nokia ja nicht isoliert betrachten, sondern muss auch schauen was das Umfeld im Vergleich zu bieten hat und welche Probleme die haben.”
Die anderen Geräte-Hersteller haben nichts in der Hand womit sie auf breiter Front wesentlich besser wären als was Nokia in der Produkt-Palette anzubieten hat.
hallo timon,
ich muss noch was wissen:
“...und bisher hatte ich erst einen ganz massiven Absturz wo selbst das entfernen des Akkus nichts gebracht hatte.”
und was hast du dann gemacht?? zum nokia service point?
lg
peter
Ja, wie gesagt Akku raus und wieder rein. Danach hab ich es angeschaltet und hatte einen weißen Screen, nicht mal das Nokia Logo kam. Hatte währenddessen mit jemand per Festnetz telefoniert und nach Ende des Gesprächs hatte sich auch das Handy besonnen. Lösung war also einfach lange angeschaltet liegen lassen und warten, irgendwann fing es dann ganz normal an zu booten.
Hallo Kai,
ja.. das war ein Witz von mir. GERADE in Bezug auf Microsoft.. Nokia ist ja quasi das Microsoft der Mobiltelefone. Ich hab noch nie ein Nokia-Telefon gehabt, was nicht staendig abstuerzt, oder total miserble Bedienfuehrung hat. Ganz ganz frueher waren sie ja mal dafuer bekannt, dass sie die besten Interfaces machen. Aber das ist lange her.
Matthias
Hallo,
vielen Dank für die schöne Sendung!
Matthias’ Aussage, dass kaum einer Firmware-Updates macht (so hatte ich ihn verstanden), kann ich so nicht stehen lassen.
Viele, die ich kenne, die ein Handy mit offensichtlichen Softwarebugs haben, spielen doch sehr schnell ein Firmwareupdate ein, wenn eins verfügbar ist. Auch die Firmware reift halt beim Kunden! Am Beispiel Nokia N95 kann ich sagen, dass das Handy mit jedem Update ausgereifter wird, z.B. durch A-GPS und Demand Paging konnte viel verbessert werden.
Im Netz kursieren sogar massig Anleitungen zum ändern des Product-Codes, um zum Einspielen von Firmware berechtigt zu sein.
Also nochmal, ich denke Firmwareupdates sind eine sehr nützliche Sache, die auch in den aller meisten Fällen gut geht und nicht nur eine Sache für Freaks/Nerds/Geeks ist. Ich glaube aber auch, je billiger das Handy, je mehr reine Grundfunktionalität (Telefon+SMS), um so weniger wird so was notwendig sein.
Lg
Peter
Moin,
das sind dann aber die eher technisch versierten. Die meisten Leute wissen doch noch nicht mal, was Firmware ist ;-)
Meist sprechen die Leute von neuester Software und da sind mir tatsächlich schon enige begegnet die von Technik nicht wirklich Ahnung haben aber die spitz bekommen haben, dass man immer die neueste Software installiert haben sollte. Notfalls lassen sie es dann beim Händler aktualisieren wenn sie es selbst nicht können.
Sorry Timon, ich muss dir auch hier widersprechen. Wenn du von „den Leuten“ sprichst, hört es sich so an, als wäre es die Mehrzahl. Das stimmt so nicht. Nur ein ganz kleiner Prozentsatz der Leute, die ein Handy kaufen, weiß was eine Firmware ist. Da gebe ich Matthias recht. Mehr Leute wissen, dass man die Software des Betriebssystems aktualisieren kann, aber auch das ist ein sehr kleiner Prozentsatz. Meine Mutter würde die auf die Idee kommen, ihr Handy upzudaten, außer es hat einen Fehler und selbst dann müsste man ihr das in der Hotline sagen bzw. ich erkläre es ihr und machs selbst. :-)
Du (ich übrigens auch) hast das gleiche Problem wie viele Leute, die technikaffin sind: Sie haben hauptsächlich mit Leuten zu tun, die auch Ahnung von Technik haben bzw. auf die das Wissen ausstrahlt (also wenn du z.B. jemanden erklärst, dass man die Software updaten kann). ;-) Das trifft aber nur für wenige Leute zu. Man darf nicht vergessen, dass die Mehrzahl der Personen noch immer nicht weiß, was ein Webblog oder ein Podcast ist, gerade in der mittleren bis älteren Generation. Selbst viele meiner Kommilitonen haben davon noch nichts gehört. Diese Leute würden aber auch nie auf die Idee kommen, dass man sein Handy updaten kann, außer vielleicht, es tritt ein nerviger Fehler auf.
Allerdings ändert sich das mit der jüngeren Generation.
Mir ging es bei dem Vergleich nicht um eine Aussage, dass “die Leute” die meisten Menschen sind. Sondern darum, dass “die Leute” meist von Software anstatt von Firmware sprechen, wenn sie es denn überhaupt tun.
Was Firmware-Aktualisierungen an sich angeht, ich meine wer will denn als Normal-Nutzer sein Handy aktualisieren wenn es keine Probleme aufweist. Da halte ich mich auch an den Grundsatz “never change a running system”. Zum basteln fehlt mir einfach die Zeit, insbesondere wenn es um Handys geht.
Das die jüngere Generation im allgemeinen mehr Ahnung von Technik hat kann ich eigentlich nicht bestätigen. Die Berührungsängste sind geringer und es wird alles schneller aufgenommen. Aber wirklich Ahnung z.B. im Sinne von technische Spezifikationen zu lesen und zu verstehen, sein System gründlich zu konfigurieren und zu verstehen, dass kann ich nur sehr wenigen attestieren.
Andererseits muss man sich auch fragen, ob das überhaupt zu erwarten ist. Sich für Technik zu interessieren ist schließlich keine Grundvoraussetzung zum Leben. Wobei es in unserer heutigen Welt extrem vorteilhaft ist wenn man sich Informationen zu beschaffen, auszuwerten und umzusetzen weiß. Vorsprung durch Technik wie es die Ingolstädter so schön bewerben.
Okay, dann habe ich was falsch reininterpretiert. Du schränkst “die Leute” ja sofort auf “einige” ein.
Während meiner Praktika an verschiedenen Schulen konnte ich schon beobachten, dass jüngere Generationen Technik viel selbstverständlicher nutzen. Jeder Schüler hat ein Handy. Videos werden per Bluetooth übertragen und nichts geht ohne einen SchülerVZ-Account (oder ähnliche Dienste). Auch Blogs und Podcasts sind beispielsweise eher bekannt.
Auch an der Uni nutzen jüngere Studenten Systeme wie Moodle viel selbstverständlicher (okay, ihnen bleibt auch oft keine andere Wahl ;-) ). Bei älteren Studenten sind die Berührungsängste viel größer.
Da sprichst du echt ein grundlegendes Problem an ;-) Aber unser Job als Informatiker ist es ja auch, Systeme im Ganzen zu betrachten und zu verstehen. Dazu gehoert dann i.A. bspw. in einer Firma auch das Personal. Wenn man da schlampt nutzt es nichts, wenn man sich z.B. das neue Firmenintranet ganz ganz clever ueberlegt hat ;-)
Gerade deshalb ist auch eine wichtige Saeule des Studiengangs sozialwissenschaftlicher Natur (zumindest in Hamburg).
Ausgerechnet das US-Militaer hat da ein paar tolle Studien angestellt, wie man in einer technikfeindlichen Umwelt Technik forcieren kann. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass gute Schulung die halbe Miete ist. Die andere Haelfte besteht aus einem grossen Repertoire an Vergleichen, um den Leuten die Sachverhalte naeher zu bringen. Nicht umsonst haben wir den Desktop, den Papierkorb und Dateien (aka Akten). Alles Metaphern, die wir Technikmenschen nicht brauchen - alle anderen aber schon.
Sozialwissenschaften im Informatik-Studium? Nicht schlecht. In Berlin an der HU gibt es zwar auch die Veranstaltung “Informatik und Gesellschaft”, aber bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass diese Veranstaltungen wesentlicher Bestandteil des Studiums sind. Allerdings studiere ich auf Lehramt, sodass mein Informatikstudium eh anders verläuft. Kann mir also kein abschließendes Urteil erlauben.
Naja, die Metaphern sind aber einen eher kleinen Personengruppen bekannt. Wenn ich bei Leien des Desktop erwähne, ernte ich oft Unverständnis. Auch Dateien sind schon sehr abstrakt.
lol
jetzt ganz nach unten gerutscht!
lol gehört zu matthias’ “moin ...”-text!
;-)
ja.. ist manchmal etwas unuebersichtlich.. wenn es irgendwann mal mehr wird, mit den kommentaren, kann man ja mal drueber nachdenken eine Art Kommentarforum ala heise einzurichten. Bis dahin erkennt man auch an den Kommentar-Nummern, welcher zu welchem gehoert..
Zum Theme TrueCrypt noch 2 Fragen:
1. Wie wählt man ein OS beim Booten aus, welches in einem Hidden-Volume liegt? Muss hierfür nicht ein Auswahldialog eingeblendet werden, was wiederum das versteckte OS verrät?
2. Kann man TrueCrypt auf einem USB-Stick mitinstallieren oder gibt es selbstextrahierende Volumes? Ansonsten etwas unpraktisch an Computern ohne installiertem TrueCrypt.
Zu 1.: Das ganze funktioniert so, dass du erstmal grundsaetzlich ein vollverschluesseltes System haben musst. Das ist bisher nur mit Windows moeglich (XP u. Vista), da der Bootloader von TrueCrypt bisher nur diese beiden unterstuetzt.
Auf dem verschluesselten System hast du nun 2 Partitionen. Eine mit dem Dummy-Betriebssystem, und eine “Daten”-Partition. Auf letzterer befindet sich ein Hidden-Volume, in welchem das versteckte Windows liegt. Du hast also 3 Passwoerter: a) Dummy-OS, b) hidden-OS, c) die aeussere Partition in der das hidden-os liegt. a) und c) kann man also ruhig rausgeben.
Beim start des Rechners entscheidet man schon bei der Pre-Boot-Authentication, welches OS gestartet wird. Und zwar ueber das Passwort, welches man eingibt.
zu 2.: Ich hab meinen USB-Stick so eingerichtet, dass per Autostart Truecrypt gestartet wird und nach einem Passwort gefragt wird. Truecrypt liegt auf dem Stick und man kann das auch automatisch erstellen. Nennt sich Traveller-Mode. Ausserdem hab ich noch das Linux-Binary drauf liegen, welches auf den meisten Linux-Systemen direkt lauffaehig ist. Das ist dann allerdings ohne Autostart, weil es sowas fuer Linux nicht gibt.
Ich habe noch einen Kommentar ;-)
Zum Thema Online-Datenspeicher gabs diese Woche im ZDF-Morgenmagazin (ja, ich weiß, voll die Experten ;-) ) einen Schwerpunkt. Hier gibts ne gute Übersicht über mögliche Dienste: http://morgenmagazin.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,7273685,00.html
Besonders interessant, aber noch nicht angeschaut, ADrive.com (http://www.adrive.com/), die angeblich 50 GB kostenlos anbieten.
Dropbox ist super, aber leider bisher in der Beta-Phase. Wie das Geschäftsmodell danach aussieht, ist noch sehr offen. Man gewöhnt sich schnell daran. :-/
Conduit ist leider bisher nicht wirklich das Universal-Sync-Tool. Weder Palms noch Windows Mobile-Geräte werden unterstützt. iPhone wird wohl auch nicht gehen. Bisher syncen die nur Bilder.
So, das wars jetzt aber. ;-)
Und auch dazu noch was: Conduit synct genau das, was Linux mit anderen Mitteln auch syncen kann. Ausser den ganzen Web2.0-Diensten (sprich: Bilder und Videos), synct er einem bspw. Tomboy Nachrichten mit zentralem Server, usw..
Die meisten Geraete unterstuetzen SyncML.. zur Not ueber scheduleworld.com. Auch das kann man mit Conduit nutzen. Damit ist quasi alles abgedeckt, was mir spontan einfaellt ;-)
Kann eure Begeisterung für Nokia leider nicht “mehr” teilen. Seit dem 6210 hatte ich 4 Nokia Handys, alle Schrott, buggy, Abstürze am laufenden Band. Die Krönung war das letzte, das E60. Danach habe ich mir das iPhone geholt und bin mehr als zufrieden. Und die Aussage mit dem Marktführer war doch ein Witz oder?
Also nachdem ich mit Matthias geredet habe, muss ich sagen, dass es vermutlich bei mir daran liegt, dass ich ein gutes Händchen dafür habe Qualität auszuwählen.
Ich recherchiere sehr lange alle Details und wäge alles ab bevor ich eine Entscheidung treffe und bin auch recht kompromisslos bei dem was ich als qualitatives Gerät haben will.
Von daher habe ich bisher wohl immer die Nokia Handys rausgepickt die gut waren. Mit dem N82 bin ich jedenfalls sehr zufrieden. Die Sprachqualität ist annehmbar, sicherlich gibt es da auch noch bessere, aber die Qualität ist gut brauchbar. Die kleinen Tasten sind eine Geschichte für sich, ich tipp fast keine SMS von daher interessiert mich das wenig. Technisch gesehen ist das Gerät auf dem besten Stand und das Gerät hält was es verspricht.
Guckt euch mal den folgenden Link an.
DAS nenne ich Innovation!
http://www.youtube.com/watch?v=egAl6sNMaqE
Gefällt mir, geht ja langsam echt in Richtung Minority Report. Ich denke der wesentliche Faktor an dem man arbeiten wird, ist die Präzision mit der die Bewegungen erkannt werden. Das ist aber nur eine Frage der Zeit.
Was ich bei Minority Report interessant finde, seine Handschuhe haben Lichtpunkte an den Fingerspitzen. Das deckt sich ja mit dem, dass eine Kamera oder ein Sensor die Fingerposition dadurch genauer ermitteln kann. Wenn das Licht sogar noch auf einem anderen Spektrum ausgestrahlt wird, kann man dadurch sicherlich die Präzision deutlich erhöhen.
Noch cooler finde ich, dass man sowas relativ locker mit ner geringen Investition selbst bauen kann. Vor laengerer Zeit sprachen wir mal drueber, was man mit Der Wiimote so anstellen kann. Und die kann man ja auch seperat ohne Wii bei Amazon kriegen ;)
Hallo Ihr,
es ist der 11.August. Was ist los ?
Wir warten ;-)
Gruß
Martin
Mit Twitter wär das nicht passiert. ;-) Ist in Arbeit, hab den Hauptteil geschnitten, jetzt kommt noch das Intro.
Ich bin noch wach und warte gerne. :-)
Ich freue mich schon seit der letzten “Sendung” darauf und kann es kaum abwarten.
Twitter schaue ich leider nicht. .-((
Halte durch....
Lg Martin
Brauchst einfach nur auf das Twitter-Logo rechts zu klicken, dann kannst du auch die Neuigkeiten lesen ohne einen Twitter-Client.
Habe die neue Folge geladen. Gehe jetzt ins Bett um sie zu hören. Danke.
Twitter: hatte ich vergessen. Achte zukünftig drauf.
Das mit den zwei Folgen gleichzeitig Aufnehmen, um die Wartezeit auf wöchentlich zu verkürzen, wollte ich schon vorschlagen, aber habt ihr ja jetzt gemacht.
Lg Martin