Monday, 18. August 2008
Z! - Episode 123.2: Was soll ich mit dem Geld?
So. Hier nun wie versprochen der zweite Teil der Sendung vom letzten Montag. Die nächste Sendung gibt es dann am 25.8.08. Wir werden dann auch nochmal näher auf das Thema Wasserstoffherstellung eingehen. Jetzt aber erstmal gute Unterhaltung mit part deux.
Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
Die Sendung zum herunterladen:
Themen:
Neue Suchmaschine mit ehrgeizigen Zielen
Monopole sind eigentlich nie etwas gutes, denn: Hat eine Firma erst einmal ein Monopol, kann sie mit ihren Kunden anstellen, was sie will. Da sie konkurrenzlos ist, entwickeln sich Preise und Qualität meist nicht zugunsten der Kunden. Friss Vogel, oder stirb. Gut beobachten kann man dies momentan auf dem nordamerikanischen Telekommunikationsmarkt. Dort haben die Kunden selten mehr als zwei Provider zur Auswahl, oft nur Einen. Will man nicht auf’s Internet verzichten, muss man es also hinnehmen, dass P2P-Verkehr gedrosselt, oder gar geblockt wird. Als durch Mac OS X und ein erwachsen werdendes GNU/Linux das Betriebssystem-Monopol von Microsoft faktisch gebrochen wurde, bedeutete dies für die Nutzer Innovation, Auswahl, neue Bedienkonzepte oder ganz einfach Weiterentwicklung wie es sie lange nicht gab.
Google ist Quasimonopolist unter den Suchmaschinenbetreibern und führend im Onlinemarketing. Dieses Monopol nehmen die meisten gerne hin, da kein Konkurrent an die Qualität aus Mountain View heranreicht. Doch auch für Google gelten die Regeln des Marktes. Und wenn wir uns erinnern: auch Microsoft war mal innovativ und sogar cool. So kann man zwar hoffen, dass Google weiter innovativ bleibt, aber gegeben ist dies nicht.
Die neue Suchmaschine cuil (gesprochen cool) wirbt genau mit den zwei grossen Minuspunkten von Google. Zum einen probieren sie neue Bedienkonzepte und Darstellungsformen der Suchergebnisse (wie nützlich dies ist muss sich noch zeigen), zum anderen versprechen sie keinerlei Daten ihrer Nutzer zu speichern. Seine Datensammelwut hat Google oft in die Kritik gebracht, so dass cuil mit diesem Versprechen sicher einige Freunde finden dürfte. Zudem behaupten die Macher von cuil, deutlich mehr Seiten indexiert zu haben, als Google. Doch zumindest das deutschsprachige Netz scheint noch nicht so gut durchleuchtet zu sein.
Kindle für Deutschland?
Es hat schon viele Versuche gegeben E-Book-Lesegerät unter die Leute zu bringen. Bisher schien es allerdings so, als würden diese praktischen kleinen Geräte, die einen immer wieder an die Pads in Star Trek denken lassen, auf ewig ein Nischenprodukt bleiben. Durch die clevere Verküpfung mit dem eigenen Shop ist Amazons Einstieg in das Geschäft mit E-Book-Readern bisher überraschend erfolgreich verlaufen. Der Kindle verkauft sich gut und es gibt bei Amazon eine Vielzahl an Büchern, die deutlich günstiger sind, als ihre analogen Brüder. Nun soll er laut Heise News auch nach Deutschland kommen. Gestützt ist dies auf einen Bericht Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (deren reguläre Ausgabe es übrings auch für den US-Kindle gibt). Aus dem Bericht (der uns erst nach der Sendung vorlag), geht allerdings nicht relevantes hervor. Es wird generell vom Kindle gesprochen und Amazon wird mit Apple verglichen. Dazu noch ein paar Absatzzahlen und um das ganze etwas interessanter zu machen die Aussage des Amazon Deutschland Chefs Ralf Kleber “Wir wissen, dass viele Kunden auch außerhalb Amerikas daran interessiert sind, den Kindle zu kaufen, und dementsprechend wollen wir den Reader auch in anderen Ländern zur Verfügung stellen.” Also: Doch nichts neues, sorry!
Von den Problemen mit OpenSource und Geld
Man kennt sie ja, die PayPal-Buttons mit welchen man dem OpenSource-Projekt seiner Wahl in Form von einer Spende danken kann. Die Frage, was überhaupt mit dem Geld passiert hat nun der Autor eines Artikels bei webmonkey gestellt. Grundlegend gibt es bei der Software-Entwicklung zwei Kostenfaktoren - Zeit und Geld. Bei OpenSource Software (OSS) gestaltet sich dies jedoch anders. Zwar unterhalten viele Firmen bezahlte Entwickler, die an OSS-Projekten arbeiten, das Gros der Arbeit leisten jedoch unbezahlte Freiwillige (wie auch das Video des nächsten Themas zeigt).
Die Motive der OSS-Entwickler, sich an Projekten zu beteiligen oder eigene Projekte zu starten, sind sehr unterschiedlich. Anfangs ist es oft die Möglichkeit etwas zu lernen, den eigenen Wissensdurst zu stillen, der Ehrgeiz etwas eigenes zu erschaffen, was anderen nützlich sein könnte. Kennzeichnend ist jedoch, dass die Arbeit in der Freizeit stattfindet und damit quasi Geldagnostisch funktioniert. Der einzige Kostenfaktor ist Zeit. Nämlich die Freizeit, welche die Entwickler für ihre Projekte aufopfern können. Und da ist genau der Knackpunkt.
Es kostet viel Zeit sich damit auseinanderzusetzen, was man mit dem gespendeten Geld anfangen könnte. Viele Projekte starten s.g. Bounty-Hunts ($100 für denjenigen der Bug XY fixt), doch damit erheben sie sich gleichzeitig zum Arbeitgeber. Je nach Land muss der Entwickler also die Gesetzeslage studieren. Dies kostet Zeit, was - wie erwähnt - der einzige relevante Kostenfaktor ist. Eine interessante Problematik deren bisherige Lösung die Gründung von Stiftungen ist (Mozilla, Apache) die nichts anderes tun, als Geld zu verwalten und dessen Einsatz zu koordinieren. Kleine Projekte haben davon natürlich nichts.
Überlegenswert wäre die Gründung einer OpenSource Foundation (o.ä.), welcher die Spender das Geld überweisen und sagen können “Helft damit Projekt XY.” Diese Stiftung könnte dann die verwaltungstechnischen Fragen anstelle des Projektleiters klären und ihm vor allen Dingen aufzeigen wie das Geld konkret seinem Projekt helfen könnte (z.B. professionelles Design für die Homepage). In der Zwischenzeit soll mit diesen Gedanken natürlich niemand vom Spenden abgehalten werden ;-)
Wie wird Linux gemacht?
In der hochinteressanten Vortragsreihe Google Tech Talks (NB: es gibt auch noch andere Vortragsreihen bei Google) war vor kurzem der Linux Kernel Entwickler Greg Hartman zu Gast. In seinem Vortrag (auf englisch) erklärt er auf sehr anschauliche und eindrucksvolle Weise, wie das grösste Software-Projekt aller Zeiten funktioniert. Wer steckt dahinter, wie wird gearbeitet? Man hat dieses Bild im Kopf, dass eine grosse Anzahl von Freiwilligen irgendwie dieses Kernel entwickelt, der Grundlage aller Linux-Distributionen ist.
An einem Projekt wie dem Kern eines Betriebssystems kann aber nicht jeder rumschustern wie er lustig ist. Um zu sehen wie aus dem Chaos, der massiven Anzahl an änderungen und der hohen Entwicklungsgeschwindigkeit trotzdem ein stabiles Produkt entsteht, empfehlen wir ausdrücklich dieses Video. Allein die Statistik zu den Veränderungen ist goldwert: 4300 neue Zeilen, 1800 gelöschte Zeilen, 1500 veränderte Zeilen - PRO TAG!
E-Mail Adressen vor Spammern schützen
Sobald mein eine Email-Adresse auf seine Internetseite setzt wird sie automatisch von den Webspidern der Spammer (die ähnlich das Internet durchforschen, wie die Suchmaschinen) erfasst und missbraucht. Es kursieren viele Methoden, wie man sich dagegen schützen kann, die allerdings z.T. von den Spammern ausgehebelt werden. Was heute noch funktioniert zeigt ein Test, den man im Dr. Web Magazin nachlesen kann.
Tip: Desktop-Kalender mit Google synchronisieren
Lifehacker hat eine schöne Übersicht zusammengestellt, wie man diverse Programme mit dem Google Calendar synchronisieren kann. Das ist Äußerst praktisch, gerade wenn man mit mehreren Personen auf den gleichen Kalender zugreifen möchte und alle eine andere Software benutzen.
Länge: 39:43
Wer sich zu den Sendungen äußern möchte kann dies gerne über unsere Kommentarfunktion hier auf der Website tun. Wichtig: Eure E-Mail Adresse wird zu eurem Schutz bei den Kommentaren nicht eingeblendet! Außerdem könnt ihr uns auch gerne eine E-Mail an dialog AT z-pod PUNKT de schicken.


Hallo, wieder Erster ! ;-)
vielen Dank für den tollen Podcast.
Toll, toll, toll, etc.
Produziert bitte wieder einen langen Podcast und teilt den in zwei Teile auf, dann ist die Wartezeit nicht so groß und mann vergißt eure Webseite nicht ;-).
Gruß Martin
Das war ehrlich gesagt eher ein Versehen mit der Ueberlaenge. Wir haben momentan einfach nicht die Zeit. Dafuer gibts in der naechsten Folge ein super Interview ;-) Und die ist dann ja auch schon naechsten Montag.
Hallo Timon,
mal eine Frage zu den Z-News: Kann man den Feed in iTunes löschen, oder wirst Du die Sendung irgendwann mal wieder aufnehmen.
Noch mal meine ganz persönliche Meinung dazu: Solange der Z! Podcast halbwegs regelmäßig erscheint vermisse ich die News nicht ;)
Hallo Bernd,
ist gut das du fragst. Noch habe ich das für mich nicht entschieden. Ich würde die Z!-News schon gerne weiter betreiben, um z.B. die News zu bringen die aus Zeitgründen nicht in unsere reguläre Sendung passen. Insbesondere auch deshalb weil wir ja momentan voraussichtlich in einem 14-tägigen Rhythmus den Z!-Podcast produzieren werden.
Von daher bin ich noch am gucken wie es am günstigsten ist und ob ich manche Prozesse wie das Erstellen des RSS-Feeds vielleicht auch mehr automatisieren kann.
hi leute! ich hör euren kram immer noch regelmäßig, auch wenn ich lange nix mehr kommentiert habe.
wollte mal eben senf abgeben zur emailadressentarnung. hab jetzt monatelang son javascript-zeichen-umsortierdings für meine webseite benutzt [http://joemaller.com/js-mailer.shtml], allerdings musste ich gestern feststellen, dass die emailadresse auf einmal doch in google (und nur da!) auftaucht. haben die jetzt nen mechanismus entwickelt, der fertigen javascript auswertet, oder habe ich mich einfach vertan? ich weiß es nicht, jedenfalls habe ich die webseite dementsprechend angepasst (sensible daten gelöscht) und danach per löschauftrag bei google entfernen lassen. aber was google kann, dürften emailsammler erst recht spitzkriegen, also ist javascriptzeichenmischen evtl keine sichere methode mehr?
Ich befuerchte, dass du dich da vertan hast. Der googlebot fuehrt definitiv kein javascript aus.
Hallo,
ich benutze ein Frame in dem eine mail.php aufgerufen wird, die nur dann die Mailadresse anzeigt, wenn das Frame von meiner Webseite aufrufen wird. Da alle Bots nur nach der Frameadresse suchen und diese eigenständig aufrufen, kommt bei ihnen keine Mailadresse.
Geht auch mit Formbuttons (z.B. Image und man fragt die Klickkoordinaten ab. Kein Klick keine Koordinaten = keine Mailadresse)
Oder man setzt mehrere Weiterbuttons, aber nur in einem steht “Mailadresse zeigen”, und man fragt per .php den gesendeten Formbuttontext aus. Ist der nicht “Mailadresse zeigen”, wird die Mailadresse nicht gezeigt. Kombinationen sind natürlich möglich. Klappte bis jettzt ohne Probleme.
Gruß Martin
nun -- mit vertan meinte ich, dass die adresse schon seit erstellen meiner webseite im googleindex stand, und ich es nur nicht gemerkt habe. es wurde bei googlesuche nach meiner emailadresse auch definitiv nur die kontaktseite meiner website ausgeworfen.
ich hab nicht wirklich ahnung von programmierung, ich habe einfach den script von der oben angegebenen seite direkt in meine webseite eingebaut. im “klartext” hatte ich meine emailadresse da nie stehen.
es ist jedenfalls repariert :)